Vom 3.-5. Oktober 2019 veranstalten wir unser 6. Biologicum Almtal. Heuer möchten wir einen weiten Bogen spannen, von der historischen Entwicklung der Konzepte der Evolution, über die Funktionen und Mechanismen des Verhaltens bis zur Epigenetik, der Integration von Fremd-DNA, Gentherapie, ancient DNA, Domestikation, etc. 

Damit leisten wir einen Beitrag zu einer modernen Sicht auf die Evolution; letztlich geht es im Rahmen des Biologicum immer um Aufklärung und ein naturwissenschaftlich geprägtes Weltbild. 

Die Evolutionstheorie erklärt, wie die Vielfalt der Arten in die Welt kam, einschließlich Homo sapiens. "Theorie" nennt man sie aus formalen Gründen, tatsächlich aber ist sie Faktum; mehr als 150 Jahre intensiver Forschung vermochten sie nicht zu widerlegen. Dies wird heute mit Ausnahme fundamentalistischer Strömungen auch von vielen Vertretern der Religionen anerkannt. "Alternative" Erklärungen, etwa "intelligent Design", scheiterten an der Faktenlage und an logischen Widersprüchen.

Seit Alfred Russell Wallace und seit Charles Darwins "On the Origin of Species by Means of Natural Selection, or the Preservation of Favoured Races in the Struggle for Life" (1859) gilt die Selektion als zentraler Mechanismus der Evolution. Als Quelle der dafür nötigen Variabilität der Merkmale machte man im frühen 20. Jahrhundert die Gene und ihre Mutationen aus. Sie entsprechen im Spiel der Evolution dem Würfeln, während die Richtung von der Selektion aber auch von den ihrerseits evoluierten Entwicklungsprozessen bestimmt wird.

In der Schule haben wir gelernt, dass Darwin und Wallace mit der Selektion richtig lagen, im Gegensatz zu  Lamarcks Idee einer Vererbung erworbener Eigenschaften. Allerdings wissen wir schon lange, dass die Umwelt die Aktivität von Genen erheblich beeinflussen kann; schließlich zeigte die moderne Epigenetik, dass dies auch für die Gene der Keimbahn gilt. Dadurch können "erworbene Merkmale" über Generationen "vererbt" werden, ohne dass sich allerdings der genetische Code verändert. Menschen, wie alle anderen biologischen Arten, sind also das Ergebnis des evolutionären Prozesses über hunderte Millionen Jahre Stammesgeschichte. Bis an das Ende des Erdmittelalters dominierten in diesem Spiel die Räuber-Beute-Beziehungen, später formte uns zunehmend das eigene soziale Umfeld. 

Im Biologicum 2019 geht es um eine aktuelle Sicht auf die Mechanismen der Evolution, einschließlich der Epigenetik.

Zusätzlich zu den Vorträgen und Workshops erwarten Sie heuer wieder zahlreiche Exkursionen ins Almtal.